So funktioniert die Saldosteuersatzmethode
Du stellst deinen Kunden weiterhin den normalen Steuersatz (z.B. 8.1 %) in Rechnung. Der ESTV lieferst du aber nur einen Saldosteuersatz deiner Branche auf dem Umsatz inkl. MWST ab. Die Vorsteuer ist darin pauschal berücksichtigt und wird nicht separat abgezogen. Abgerechnet wird halbjährlich statt quartalsweise.
Die Saldosteuersätze seit 1.1.2024
0.1 % · 0.6 % · 1.3 % · 2.1 % · 3.0 % · 3.7 % · 4.5 % · 5.3 % · 6.2 % · 6.8 %
Welcher Satz für deine Tätigkeit gilt, legt die ESTV in der Verordnung über die Höhe der Saldosteuersätze nach Branchen und Tätigkeiten fest (Liste im Anhang der MWST-Info 12). Dienstleistungsbranchen mit wenig Vorsteuern haben typischerweise hohe Sätze, Handel mit viel Wareneinkauf tiefe.
Wer darf die Saldomethode anwenden?
- Steuerbarer Jahresumsatz inkl. MWST höchstens CHF 5’024’000
- Steuerschuld (Umsatz × Saldosteuersatz) höchstens CHF 108’000 pro Jahr
- Antrag bei der ESTV; ein Wechsel von der effektiven Methode zur Saldomethode ist nur nach Ablauf der Wartefrist möglich (Art. 37 Abs. 4 MWSTG). Mit der Teilrevision per 1.1.2025 wurden die Wechselregeln angepasst – die aktuellen Fristen findest du bei der ESTV
Wann ist die Saldomethode günstiger?
Wenn deine tatsächlichen Vorsteuern tiefer sind als die im Saldosteuersatz einkalkulierten. Typisch: Beratung, IT, Design, Coaching mit wenig Investitionen. Bei grossen Anschaffungen (Fahrzeug, Maschinen) oder hohem Wareneinkauf ist die effektive Methode oft besser. Der Rechner oben zeigt den Break-even.
Quellen
- ESTV: Saldo- und Pauschalsteuersätze
- ESTV: Steuersätze ab 2024 (inkl. neue SSS)
- ESTV: Teilrevision MWSTG 2025
- Art. 37 MWSTG
Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Massgebend sind die verlinkten amtlichen Quellen.